Neuzeit

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Neuzeit -  Verwerfung und Wiederentdeckung

 

Bis zum 19. Jahrhundert entwickelte sich die Traditionelle Chinesische Medizin, und mit ihr die Kunst der Akupunktur, als Bestandteile der chinesischen Kultur stetig und ohne Einfluss von außen weiter. Einen deutlichen Einschnitt bewirkte erst die zunehmende Präsenz des Westens - leider ausgelöst durch einen militärischen Angriff: Nachdem die Briten in den so genannten Opiumkriegen (1840-42) das Reich der Mitte niedergezwungen hatten, sahen sich China und bald ganz Ostasien westlichen Einflüssen ausgesetzt, die zu einer kulturellen Entwurzelung zu führen drohten. Die zweitausend Jahre alte Tradition der chinesischen Medizin schien jäh zu Ende - auch von Chinesen wurden ihre Methoden nun vielfach als Aberglaube abgetan. Im Jahre 1929 wurde die Traditionelle Chinesische Medizin sogar von der politischen Führung des Landes verboten.

Erst in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts setzte unter Mao Tse Tung eine Phase der Rückbesinnung auf die eigene Kultur ein. Sie verhalf auch der Traditionellen Chinesischen Medizin zu neuem Aufschwung und ließ sogar neue Formen der Akupunktur wie Ohr-, Schädel- oder
Hand-Akupunktur entstehen. Die Elektroakupunktur und die Akupunktur-Anästhesie gehen ebenfalls auf jene Zeit zurück. Auch in Europa befassten sich nun immer mehr Menschen mit dieser Heilkunst, die
- fernab von jeder Esoterik - zu einer exakten Wissenschaft geworden war (siehe auch Akupunktur in der westlichen Medizin).

Heute ist Akupunktur eine der wichtigsten Therapien in der chinesischen Medizin. Zwar ist diese auch mit allen westlichen Methoden bestens vertraut - doch ohne die Akupunktur wäre das Gesundheitssystem des 1,19 Milliarden Menschen zählenden Volkes wohl kaum in diesem Maße leistungsfähig und finanzierbar. Offensichtlich gibt es in China für uns viel zu lernen.