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Einflüsse - Die konfuzianische Lehre

 

Wie kein zweiter hat Kong Zi (bei uns besser bekannt als "Konfuzius", 551-479 v. Chr.) die chinesische Geistesgeschichte geprägt: Die Menschen lösten sich von Schamanenkult und Dämonenglauben und begannen, die Welt rationaler zu sehen. Die Periode vom 5. bis 2. Jahrhundert v. Chr. ist heute als "Goldenes Zeitalter" bekannt. Zu jener Zeit wurde auch die Akupunktur allmählich Bestandteil der wissenschaftlich begründeten Medizin.

Das konfuzianische Weltbild unterscheidet sich vom vorkonfuzianischen in vielen Punkten. Der wohl wichtigste: Der Mensch ist zwar eingebunden in ein Netzwerk von Naturkräften, doch kann er durch sein Handeln einen gewissen Einfluss auf sich und seine Umgebung ausüben - und Kongzi weist den Weg zu gutem Handeln. Einige Philosophen sehen in der konfuzianischen Lehre die Wiege der Emanzipation der Menschheit, da der Mensch erstmals als eigenverantwortlich gilt.

Das wichtigste Ziel menschlichen Handelns ist nach Konfuzius der Einklang mit der Natur und ihren Kräften und der Gesellschaft. In diesem Zusammenhang spielt das Konzept der Lebensenergie Qi eine zentrale Rolle: Anstelle von magischen Kräften und Dämonen werden nun physiologische Funktionen und Fehlfunktionen mit Hilfe von Qi erklärt. Einige konfuzianische Schulen greifen zudem auf die (wesentlich ältere) Lehre von den Fünf Wandlungsphasen; andere mit der Yin-Yang-Lehre, wieder andere mit beiden. Alle Schulen aber betonen, dass es auf die harmonische Balance der Kräfte ankommt: Sie bedeutet politischen und sozialen Frieden, materielles Wohlergehen, familiäres Glück - und schließlich auch seelische und körperliche Gesundheit. Der Fluss der Lebensenergie im Körper aber lässt sich unter anderem durchAkupunktur beeinflussen (siehe auch Kapitel Wirkungsweise).

Grundlegend für die gesamte wissenschaftliche Chinesischen Medizin und damit auch für die wissenschaftliche Akupunktur ist das "Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin", das eben jenem legendären Herrscher aus dem 3. vorchristlichen Jahrtausend zugeschrieben wurde, tatsächlich aber erst zwischen 475 und 221 v. Chr. entstanden sein dürfte: Dort finden sich erste genaue Anweisungen zu Akupunktur, Moxibustion, Schröpfkopfbehandlung und zur Zungen- und Pulsdiagnostik sowie generell zur medizinischen Diagnostik